Baby und Hund – geht das?

1423 views 4 Comments
baby and puppy

Interview mit Hundetrainerin Astrid Kanik von der Hundeschule Graz\r\n\r\nDer beste Freund des Menschen macht für viele erst die Familie komplett. Bekommen Hundebesitzer Nachwuchs stellt sich immerhin nicht die Frage nach dem Aufstehen und Rausgehen, denn das sind sie vom Vierbeiner schon gewohnt. Aber kann das gutgehen?\r\n\r\nViel wichtiger aber ist die Frage, ob sich der Hund mit dem Baby gut versteht, denn plötzlich verschiebt sich das Hauptaugenmerk auf das Neugeborene. Können Hunde eifersüchtig werden und wie geht man mit möglichen Gefahrensituationen um und erkennt diese frühzeitig? Aber durch den Nachwuchs ändert sich auch der Tagesablauf innerhalb der Familie. Man kann nicht unbedingt immer flexibel auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen, wenn man sich um das Baby kümmert. Für diese ganzen Fragen und weitere Anregungen kann ein Kurs bei einem Hundetrainer helfen. Astrid Kanik erklärt uns, warum Hunde und Babys gut zusammenpassen, jedoch auch Vorsicht geboten ist.\r\n\r\n1.) Wie können Hunde auf Babys reagieren?\r\nDas hängt von der Einbindung in die Familie ab. Bei guter Einbindung reagiert der Hund absolut freudig, mit Beschützerfunktion und ist sehr vorsichtig im Umgang mit dem Baby. Bei schlechter Einbindung kann der Hund mit Meideverhalten reagieren sogar mit Agression.\r\n\r\n2.) Gilt der Welpenschutz auch für Menschenbabys?\r\nNein, es gibt keinen Welpenschutz – weder bei Hunden noch einem Kind gegenüber!\r\n\r\n3.) Was kann man tun wenn der Hund aggresives Verhalten gegenüber dem\r\nBaby zeigt?\r\nSollte der Hund aggressives Verhalten gegenüber dem Baby zeigen, sollte zunächst an der Einbindung in die Familie gearbeitet werden. Den Hund auf keinen Fall noch mehr aus der Familie verbannen, jedoch sollten Vorsichtsmaßnahmen für das Baby getroffen werden. Den Hund und das Kind nie alleine lassen, den Hund gegebenenfalls mit Maulkorb sichern und an der Leine halten, etc. Man sollte dem Hund die „Vorteile“ des neuen Familienzuwachses erläutern und aufzeigen.\r\n\r\n4.) Wie kann sich der Beschützerinstinkt des Hundes äußern?\r\nIm extremsten Fall lässt der Hund weder Vater noch die Mutter an das Baby heran! Öfters werden Personen, die selten in der Nähe des Baby sind, an der Annäherung durch Bedrängen, Knurren und leider auch durch Warnbisse gehindert.\r\n\r\n5.) Wirkt sich das Zusammenleben mit einem Hund positiv auf die\r\nsoziale Entwicklung eines Babys aus?\r\nJa allerdings! Einerseits werden die Eltern gezwungen nicht ins Gluckendasein zu verfallen, andererseits beginnt sich die Neugier des Baby´s und in weitere Folge des Kleinkindes an anderen Lebewesen zu entwickeln. Kinder lernen damit den Respekt vor Tieren und einen verantwortungsvoll Umgang damit. Sie erfahren schnell was diese Lebewesen brauchen und auch was sie nicht wollen.\r\n\r\n

6.) Gibt es unterschiede zwischen Rüde und Hündin im Bezug auf ein Baby?\r\nDas ängt von der Dominanz der Hunde ab. Sowohl Rüde als auch Hündin können sehr gut mit Babys umgehen oder aber lehnen den Kontakt aus Dominanzgründen ab.\r\n\r\n7.) Wie äußert sich das Rudelverhalten des Hundes?\r\nEin Hund möchte sein Rudel in Sicherheit wissen und versucht es – so gut er kann – zusammenzuhalten. „Eindringlinge“ werden mißtrauisch beäugt und entweder für gut oder für schlecht empfunden. Je nach Dominanz und Einbindung agiert er selbständig oder läßt sich von seinem Hundeführer („Leithund“) leiten.\r\n\r\n8.) Wie kann sich eine eventuelle Eifersucht des Hundes gegenüber\r\neinem Baby äußern?\r\nDie kann sich durch Bedrängen der Mutter oder des Vaters äussern, wenn diese Umgang mit dem Baby haben. Manchmal kann es vorkommen, dass der Hund das Baby ankurrt oder gar schlimmere Versuche vom Hund aus gestartet werden.\r\n\r\n9.) Gibt es Hunderassen bei denen abgeraten wird sie mit Babys in\r\nKontakt zu bringen?\r\nNein! Es hängt immer mit der Sozialisierung des Hundes zusammen.\r\n\r\n10.) Wie kann man den Hund auf die Ankunft eines Babys vorbereiten?\r\nDurch aktives Miterleben der Schwangerschaft und gutem Kontakt zum Hund – Bezug kann auf die Ankunft des Babys vorbereitet werden. Was auch eine Hilfe sein kann, ist die Geruchsbrücke aus dem Krankenhaus. Die Ankunft im Zuhause sollte mit freudigem Vorstellen des neuen Familienmitgliedes und aktive Einbindung des Hundes gestaltet werden.\r\n\r\n11.) Wie verhält es sich, wenn der Hund noch nicht ausgelernt ist bzw.\r\nnicht erzogen wurde?\r\nEs wird alles schwieriger, da durch die Ausbildung des Hundes eine Basis für Vertrauen und Leitfähigkeit gelegt wird.

Author Bio

Julia Nestler

Hallo lieber Leser,\r\n\r\nmein Name ist Julia Nestler. Die meisten kennen mich jedoch als Juli. Ich bin die Inhaberin von croco - für klein und größer, wo du alles rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und die ersten Babyjahre findest, was du so brauchst.\r\n\r\nZudem bin ich Trageberaterin der Trageschule Dresden und stehe dir gern zur Seite, wenn du Hilfe bei einem Tragesystem brauchst, egal ob es sich um ein Tragetuch oder eine Tragehilfe handelt. Wenn du irgendwelche Fragen hast, dann schreib mir einfach eine Mail oder hinterlass mir über den Blog eine Nachricht, damit ich dir auf schnellstem Wege antworten kann.\r\n\r\n

4 Comments
  1. Vaterglück

    16. August 2011 at 09:51

    Unser Hund versteht sich prima mit unserer kleinen Tochter und die beiden sind einfach ein Herz und eine Seele!\r\nWir haben auch schon eine Menge Schnappschüsse von den beiden gemacht – eines niedlicher als das andere.

  2. admin

    16. August 2011 at 10:08

    Es ist wunderschön, wenn die Kinder von anfang an mit Tieren aufwachsen können. Wenn du willst, darfst du gerne einen dieser Schnappschüße auf unserer Faneseite bei Facebook hochladen, da freuen sich unsere Fans bestimmt. :-)\r\n\r\nhttps://www.facebook.com/meincroco

  3. rundumglücklich

    25. August 2011 at 08:56

    wie im Artikel schön herausgearbeitet wird, kommt es immer auf den Einzelfall an.das gleiche Problem kann es auch bei Katzen oder Vögeln geben. wenn die Aufmerksamkeit plötzlich vom Tier weg ist, ist das einfach eine Umstellung, die erstmal verdaut werden muss

  4. Pingback: Hund und Kleinkind – Was gilt es zu beachten?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *